5.8 C
Wien
Donnerstag, 25. Juli 2024

Phosphorfund in Norwegen ist eine gute Nachricht für die Welternährung

Top Neuigkeiten

Düsseldorf (ots) –

VDI-Experte ordnet Dimension des Phosphatvorkommens ein

Das Bergbauunternehmen Norge Mining hat in Norwegen über 70 Milliarden Tonnen Phosphatvorkommen in einer Lagerstätte gefunden. Der Fund an sich überrascht nicht – aber seine Dimension. Ist es tatsächlich ein Gamechanger?

VDI-Experte Prof. Urs Peuker ist Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Er sagt: „Der Fund kommt vor allem unserer Ernährung zugute.“

Die 70 Milliarden Tonnen gefundenes Phosphatvorkommen in Norwegen stehen 140 Millionen Tonnen Jahresproduktion weltweit entgegen. „Das klingt schon nach Gamechanger“, sagt Prof. Urs Peuker. Der Phosphorabbau wird dabei automatisiert ablaufen, denn in Norwegen ist die Technik sehr weit. „Hier besteht ein recht etabliertes Verfahren. Die Lagerstätte liegt mindestens circa 300-400 Meter im Boden. Dort wird man keinen Tagebau mehr machen. Phosphorerz wird also im Untertagebau gewonnen. Also klassisch im Schacht runter. Wobei es in Norwegen bereits alles automatisiert abläuft. Das sind begehrte Jobs in Skandinavien. Die Mitarbeitenden sitzen an ihren Joy Sticks übertage und navigieren den Bagger untertage“, so Peuker.

Untertage wird nach einer Ständerbauweise vorgegangen. „Die Aufbereitung an der Lagerstätte sieht so aus, dass die Sedimentgesteine, also das Phosphorerzmit dem Hauptmineral Apatitkleingemahlen werden. Ausschließend erfolgt eine Flotation, um den Gehalt an Apatit zu erhöhen“, erklärt der VDI-Experte. Apatit ist das am häufigsten auftretende Phosphat in Gesteinen (Mischmineral). „Das Wasser für die Flotation muss richtig konditioniert werden und das ist herausfordernd, da sich Teile des Erzes lösen. Es entsteht damit eine hohe Konzentration an Ionen im Prozesswasser, die die Wirkung der erforderlichen Flotationschemikalien beeinträchtigen kann, weshalb spezielle Rezepturen genutzt werden.“

Ukraine-Krieg: Fund kommt Welternährung zugute

90 % des Phosphors werden für Dünger verwendet. „Wir haben zum Beispiel einen Mangel bei Kunstdünger. Das liegt an der politischen Situation. Aus Russland fehlt derzeit die Bereitstellung. Daher ist die Dimension dieses norwegischen Fundes eine gute Nachricht für die Ernährung der Weltbevölkerung“, so Peuker.

________________________

VDI als Gestalter der Zukunft

Seit mehr als 165 Jahren gibt der VDI wichtige Impulse für den technischen Fortschritt. Mit seiner einzigartigen Community und seiner enormen Vielfalt ist er Gestalter, Wissensmultiplikator, drittgrößter technischer Regelsetzer und Vermittler zwischen Technik und Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Er motiviert Menschen, die Grenzen des Möglichen zu verschieben, setzt Standards für nachhaltige Innovationen und leistet einen wichtigen Beitrag, um Fortschritt und Wohlstand in Deutschland zu sichern. Der VDI gestaltet die Welt von morgen – als Schnittstelle zwischen Ingenieur*innen, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. In seinem einzigartigen multidisziplinären Netzwerk mit mehr als 135.000 Mitgliedern bündelt er das Wissen und die Kompetenzen, die nötig sind, um den Weg in die Zukunft zu gestalten.

Ihr Ansprechpartner in der VDI-Pressestelle:

Sarah Janczura
Telefon: +49 211 6214-641
E-Mail: [email protected]

Original-Content von: VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

- Advertisement -

Neueste Artikel

- Advertisement -